, Christoph Rüschenbaum

Von Workum über das niederländische Wattenmeer nach Südholland und über das Markermeer zurück

19.09.2025 – 28.09.2025

Törnbericht

Segelyacht Samadhi

Crew: Christoph Rüschenbaum, Frank Bärwind, Gerd Brügge

Geplante Zeit

19.09.2025 – 28.09.2025

Von Workum über das niederländische Wattenmeer nach Südholland und über das Markermeer zurück

Am Freitag, den 19.09.2025, treffen wir gegen 18 Uhr im Hafen von Workum ein. Die Vorfreude auf den Törn ist groß, und beim ersten Wiedersehen mit der Crew der X-99 – Dennis und Marc-Daniel Siegfried – wird noch lange über Wetter, Routen und vergangene Törns gefachsimpelt. Der Plan steht, zumindest vorerst.

Samstag, 20.09. – Planänderung mit Wecker um fünf

Die Wettervorhersage zwingt uns bereits am nächsten Morgen zu einer Änderung: In Kornwerderzand entscheiden wir uns, durch die Schleuse zu gehen und Richtung Terschelling zu segeln. Hochwasser ist um 6:30 Uhr – also heißt es Leinen los um 5 Uhr.
Bei mäßigem Wind mit Böen um die 25 Knoten kommen wir zügig voran. Die Stimmung ist gut, das Boot läuft hervorragend, und gegen 13:40 Uhr machen wir zufrieden auf Terschelling fest.

Sonntag, 21.09. – Flug nach Vlieland

Spontan entschließen wir uns, weiter nach Vlieland zu segeln. Der Wind hat deutlich zugelegt, Böen bis 32 Knoten treiben uns förmlich über das Wasser. Die Samadhi fliegt, während unser Begleitschiff, die X-99, ordentlich zu kämpfen hat. Ein wilder, schneller und beeindruckender Schlag.

Montag, 22.09. – Dünung, Molengatt und ein unvergesslicher Ritt

Von Vlieland geht es über die Nordsee nach Texel. Der Wind hat etwas nachgelassen, doch die Dünung vom Vortag ist mit 3–4 Metern Höhe deutlich spürbar. Wir segeln entlang der Inseln Vlieland und Texel, bevor es am südlichen Zipfel Texels ernst wird: das Molengatt.

Die Wassertiefe beträgt hier nur etwa 4 Meter, unser Tiefgang 1,9 Meter – volle Konzentration ist gefragt. Bei raumen Wind um 15 Knoten surfen wir auf den Wellen, als es plötzlich unheimlich ruhig wird. Der Blick auf den Plotter zeigt stetig zunehmende Wassertiefe.

Dann passiert es: Wir stehen auf einer etwa 6 Meter hohen Welle, die sich bricht und mit voller Wucht ins Heck der Samadhi schlägt. Mit nassen Füßen surfen wir die Welle mit fast 16 Knoten hinunter. Frank am Steuer behält die Ruhe und bringt uns sicher durch das Molengatt.

Erschöpft, aber glücklich erreichen wir Texel am Abend.

Dienstag, 23.09. – Kurswechsel nach Süden

Erneut heißt es früh aufstehen. Kurs Süden. Die Dünung ist immer noch kräftig, der fast raume Wind bringt uns zeitweise an die persönliche Kotzgrenze. Da sich für die kommenden Tage keine Wetterberuhigung abzeichnet, entscheiden wir uns, durch den Nordseekanal Richtung Amsterdam zu fahren – eine Entscheidung, die sich später als goldrichtig herausstellt.

Mittwoch, 24.09. – Motor, Kanal und Sturm im Markermeer

Unter Motor geht es durch den Nordseekanal ins Markermeer. Nach den Oranjesluizen und der Schellingwoudebrug setzen wir zunächst die Genua, später auch das Groß.

Bei bis zu 36 Knoten Gegenwind wird dieser Tag besonders anstrengend. Am Abend erreichen wir Lelystadt und machen im Hafen der Watersportvereniging Lelystad fest – hervorragend geschützt und bei diesen Bedingungen genau der richtige Ort.

Donnerstag, 25.09. – Segelmacher und Etappenziel Stavoren

Am Vortag ist uns am Maindrop der Reißverschluss ausgerissen. Zum Glück finden wir in der nahegelegenen Vlevo Marina einen hervorragenden Segelmacher. Nach nur zwei Stunden Wartezeit ist alles repariert – und das zu einem sehr fairen Preis.

Am Nachmittag segeln wir weiter nach Stavoren.



Freitag, 26.09. – Päckchenliegen in Hoorn

Es geht wieder Richtung Süden. In Enkhuizen schleusen wir zurück ins Markermeer und segeln weiter nach Hoorn. Der Hafen ist gut gefüllt, wir liegen im Päckchen, genießen aber dennoch den Abend und die Atmosphäre.

Samstag, 27.09. – Kurzer, harter Schlag



Ein kurzer Schlag zurück nach Enkhuizen, allerdings bei kräftigem Gegenwind – kein Genuss, aber Teil des Abenteuers.



Sonntag, 28.09. – Heimkehr



Nach einem kurzen Stopp in Hindeloopen erreichen wir schließlich wieder unseren Heimathafen Workum. Hinter uns liegt ein anspruchsvoller, wettergeprägter und unvergesslicher Törn voller starker Eindrücke, guter Entscheidungen und perfekter Teamarbeit.

Christoph Rüschenbaum

SY SAMADHI